Freitag, 17. Januar 2014

Griff in die Mottenkiste: Schlank im Schlaf

Ja, eigentlich sollte ich mein Referat in Personalentwicklung weiter voranbringen, aber wie das so immer ist: Plötzlich entdeckt man ganz andere Sachen für sich. Ich habe lustigerweise in meiner Universitätsbibliothek den alten Klassiker "Schlank im Schlaf" gefunden und dachte, schaust mal rein.
Und während ich so las, hatte ich eigentlich die Idee eine kleine Rezension zu schreiben und meine Meinung dieses Büchleins zu präsentieren.



Fangen wir mit den Basics an. 

Das Buch ist ja auch schon unter dem Namen Insulin-Diät bekannt, nur dass das natürlich nicht so fantastisch klingt wie Abnehmen im Schlaf und damit assoziiert, dass abnehmen ohne Mühe gelingt. Und bei dem Begriff Insulin denkt nun wiederum jeder erst einmal an Diabetes. Aber hier im Buch geht es erst einmal um etwas anders, nämlich was das Insulin so in unserem Körper anstellt. In kurzen Sätzen: Viele Körperzellen haben sogenannte Insulinrezeptoren. Also ein Art Schloss. Der Schlüssel ist das Insulin. Wenn das Insulin also die Zelle aufschließt, können über Transporterdingbumsprozesse (Bio-LK ist lange her…) Zucker, Eiweiße und Fette in die Zelle stiefeln und da werden sie entweder ab in den Ofen geworfen (zur Energiegewinnung) oder als Baustein für das neueste Architekturprojekt der Zelle verwendet. Wenn die Zelle nun genug hat, macht sie dicht. Bildlich gesprochen verschließt sie ihr Schloss mit Wachs und das Insulin steht draußen vor der Tür und kann nicht mehr rein. Wenn wir uns aber mit Pizza, Pasta und anderen leckeren Sachen zu gestopft haben, die mehr Nährstoffe enthalten als die Zellen benötigen, kommt es wie auf der Autobahn zum Stau im Blut. Und dann wird das Insulin zum SEK und sprengt mit aller Gewalt die Tür auf, um die Zelle bis unters Dach noch vollzustopfen. Passt dann wirklich gar nichts mehr rein, kommt der (leider große) Rest auf die Müllhalde, die bei Frauen vor allem an Hüfte, Po und Oberschenkeln verortet ist und endet dort als ungeliebtes Fettpölsterchen. Gut, das war jetzt doch eine etwas längere Geschichte, aber ich hoffe, sie war anschaulich genug.

Mein Kommentar: Ich muss sagen, dass das eigentlich ziemlich eklig klingt und ich habe plötzlich großes Mitleid mit meinem Körper, dass ich ihm so etwas antue. Und auch wenn ich nicht wirklich dick bin, die Fettpölsterchen an Hüfte (nennt sich lustigerweise im Englischen auch Muffin-Top) und Oberschenkel zeugen von einigen Insulinräuschen (ist das die Mehrzahl von Rausch?). 


Von Nomaden und Ackerbauern

Der Autor unterscheidet zwei verschiedene Typen. Nomaden und Ackerbauer. Nomaden reagieren auf kohlenhydratreiche Nahrung mit einer Insulinexplosion, was die Fettansammlung stark unterstützt. Ackerbauern dagegen haben sich mit der Zeit angepasst und reagieren im Gegensatz dazu mit einer geringen Ausschüttung von Insulin. Hier ist jedoch das Problem, dass der Körper bei zusätzlicher Eiweißaufnahme starke Verdauungsarbeit leisten muss und daher viel Insulin ausschüttet. Also auch nicht viel besser. ;-) Danach erfolgt ein Test, an dem man erkennt, ob man Nomade oder Ackerbauer ist und später die Festlegung: Ackerbauern erfreuen sich an einer kohlenhydratbetonten ( aber eiweißarmen) Trennkost und Nomaden müssen eher an Kohlenhydraten sparen.

Mein Kommentar: Also zwar kann ich die Einteilung durchaus nachvollziehen, aber der Test hilft mir nicht weiter. Die beschrieben Situationen und die Auswahl an Reaktionen treffen nicht zu und so bleibt im Dunkeln, ob ich nun Nomade oder Ackerbauer bin. 

Die vier Gebote

1. Gebot: Früh zu Abend essen, am besten zwischen 17.00 und 19.00 Uhr. Damit danach das Wachstumshormon anfangen kann zu arbeiten, welches seine Energie aus den Fettdepots holt (und man somit über Nacht schlank wird ;-) )
2. Gebot: Kohlenhydrate am Abend sind tabu. Lieber eiweißreich essen mit Joghurt, Käse, Milch, Fleisch, Eiern, Fisch und Salat.
3. Gebot: Sport am Abend. Das verstärkt die Ausschüttung des Wachstumshormons.
4. Gebot: Früh ins Bett gehen. Am besten vor 22 Uhr. Je länger wie schlafen, desto mehr kann das Wachstumshormon arbeiten.

Mein Kommentar: Gebot 1 und 4 verfolge ich schon immer. Bin ein Ziemlich-Früh-Ins-Bett-Geher und hatte zum Beispiel in Spanien am Abendessen um 21 oder 22 Uhr nicht sehr großen Gefallen. Das mit den fehlenden Kohlenhydraten am Abend fällt mir dagegen schon viel schwerer. Ich will nicht auf mein Abendbrot verzichten. Und ich will auch nicht jeden Abend Salat oder Ei oder gebratene Putenbrust essen. Ich will mein geliebtes Käse- oder Salamibrot. Punkt. Was ich mir aber vorstellen könnte, dass ich hier etwas mehr umstelle. Auch wenn ich meistens morgens süß esse und abends eher Käse und Wurst, könnte ich darauf noch mehr achten und mein allmorgendliches Glas Milch auf den Abend verschieben. Zum Thema Sport: Morgens bin ich da einfach fitter und motivierter. Ab und zu trainiere ich aber auch am Abend. Aber ich bleibe eher beim Morgen. 

Und was isst man da jetzt so?

Morgens: Kohlenhydrate, Kohlenhydrate, Kohlenhydrate - in Form von Brötchen, Brot, Müsli, Obst und süßen Aufstrichen (Marmelade, Honig oder auch Nutella) und als Getränke Kaffe, Tee, Fruchtsäfte oder Sojamilch.
Mittags: Hier darf gegessen und getrunken werden, was man möchte und auch eine Nascherei ist erlaubt.
Abends: Keine Kohlenhydrate und Eiweiß, Eiweiß, Eiweiß: Fleisch, Fisch, Käse, Eier, Quark, Naturjoghurt, Salat und Gemüse
Und dazwischen: 5 Stunden Pause, keine Zwischenmahlzeiten.

Mein Kommentar: Wie gesagt, mit dem Abendbrot kann ich mich nicht anfreunden und auch die fünf Stunden Pause gehen gaaaar nicht. Wenn ich von halb 9 bis halb zwölf in der Uni gesessen habe, dann brauche ich dringend was zu essen. Da warte ich nicht bis 13 Uhr, weil ich um acht gefrühstückt habe. Sonst finde ich die Sachen ganz gut umsetzbar.

Restlicher Inhalt

Jetzt kommen noch Tricks und Tips zum Beispiel dass ich bei dem Bedürfnis nach Süßem mir einen Wackelpudding machen soll oder wie man die 5 Stunden besser überbrückt. Auch verschiedene Rezepte und ein zur Insulin-Trennkost passendes Sportprogramm mit dem vorgestellten Trunz-Training finden ihren Platz.

Mein Fazit: Manches ist durchaus hilfreich, auf einige Sachen werde ich jetzt mehr achten. Die 5-Stunden-Pause ist für mich nicht umsetzbar und sicherlich für viele andere auch nicht. Ich glaube nicht, dass das so alltagstauglich ist und birgt auch die Gefahr, dass sich die Leute an den Hauptmahlzeiten einfach so "überfressen", dass sie am Ende auch nicht abnehmen und die Zellen doch wieder sprengen lassen müssen. ;-) Ich kann mich noch an 2006 erinnern, als in den Morgenshows mit drei Brötchen Nutella zum Frühstück für dieses Buch geworben wurde. Sicherlich eine gute Methode um am Ende zu sagenhaften 2,5 Millionen Lesern zu kommen, aber trotzdem bleibt es: Ich nehme nur ab, wenn ich weniger zu mir nehme, als mein Körper an Energie braucht. Erst dann greift er an die Fettreserven. Und das wird bei dieser Diät auch nicht anders sein. Aber nett geschrieben ist es auf jeden Fall. Ich mag die GU-Bücher einfach. :) 

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