Donnerstag, 26. Juni 2014

Freeletics - Erfahrungsbericht

Hallo ihr Lieben!

Es wird mal wieder Zeit für einen neuen Blogeintrag. Da ich auch sehe, dass einige Freeleticssuchanfragen auf meinem Blog landen und ich ja vier Wochen lang Freeletics getestet habe, wage ich mich an einen kleinen Erfahrungsbericht.



Was ist Freeletics?
Freeletics ist ein hochintensives Training mit Eigenkörpergewichtsübungen. Alles was man braucht ist eine Matte und ein Smartphone oder eine Stoppuhr. Es gibt zurzeit 26 Workouts, die in normale und MAX-Workouts unterteilt sind.

Wie sehen die Workouts aus?
MAX-Workouts bedeutet, dass eine Übung in fünf Minuten so häufig wie möglich wiederholt wird. Zum Beispiel versucht man so viele Kniebeugen wie möglich in dieser Zeit zu schaffen und seine persönliche Bestleistungen immer wieder zu brechen und besser zu werden. Die "normalen" Workouts sind in die Kategorien Cardio und Kraft eingeteilt und haben alle Namen von griechischen Göttern wie Aphrodite, Hades oder Poseidon. Ich finde, die Namen wirken schon irgendwie gewaltig und so sind auch die Workouts. Gerade bei Anfängern kann die erste Herausforderung sein, das Workout überhaupt zu beenden und die Startzeiten sind selbst bei trainierten Menschen häufig nicht so berauschend. Aber genau darauf kann man ja aufbauen! ;) So beinhaltet das Workout meist mehrere Übungen und verschiedene Runden. Als Beispiel will ich hier einmal "Aphrodite" vorstellen:

Runde 1
50 Burpees
50 Squats
50 Situps

Runde 2
40 Burpees
40 Squats
40 Situps

Runde 3
30 Burpees
30 Squats
30 Situps

Runde 4
20 Burpees
20 Squats
20 Situps

Runde 5
10 Burpees
10 Squats
10 Situps

Im Vordergrund sollte die korrekte Ausführung liegen, aber auch die Zeit läuft, so dass man sich stetig verbessern kann. Dazu gibt es einfachere und eine Sternchen-Variante, die sozusagen die Wettkampf-Norm darstellt. Denn über die Freeletics App kann man sich mit anderen Athleten messen.

Wo kann man das absolvieren?
Theoretisch überall. Für einige Workouts wird eine Klimmzugstange, eine Wand oder eine Laufstrecke benötigt, so dass Freeletics bestens für draußen geeignet ist. In vielen Städten treffen sich Athleten, um gemeinsam den Kampf gegen die Götter aufzunehmen.

Welches Equipment wird benötigt?
Man braucht nur eine Matte bzw. manche nutzen nur ein Handtuch und das Smartphone mit der App oder eine Stoppuhr.

Was sind eigentlich die Free App, Pro App und diese Coaches?
Die Free App ist, wie der Name schon sagt, kostenlos und gibt es fürs iPhone und Android. Es sind vier normale Workouts und ein paar MAX-Workouts zum Ausprobieren. Wer Gefallen an Freeletics findet, kann sich die Pro App für 4,99€ holen, dort sind dann alle Workouts zu finden. Die Coaches sind dann spezielle Pläne. Es gibt einmal den Coach, der einen 15-wöchigen Trainingsplan beinhaltet und sich nach den abgelieferten Ergebnissen anpasst. Kostenpunkt: 39,90€. Zusätzlich gibt es den Ernährungscoach, der 29,90€ kostet.

Welche Erfolge kann man damit erreichen?
Bei YouTube gibt es einige tolle Transformationen, ganz aktuell die von Heiko. Aber da ich ja auch viele weibliche Leser habe, kann ich auch Elisas Transformation sehr empfehlen! Man kann mit Freeletics tolle Ergebnisse erzielen und ich glaube, man wächst auch über sich hinaus, weil es Workouts sind, die nicht unbedingt jeder schafft!

Was sind die Vorteile von Freeletics?
Ganz klar, die Einfachheit des ganzen Programms. Man kann Freeletics theoretisch überall machen, man kann über die Gruppen neue Leute kennenlernen, es ist günstig, man benötigt kein Equipment und man kann tolle Erfolge erzielen.

Welche Kritik gibt es an Freeletics?
Ganz klar: Bestzeiten auf Kosten der Ausführung. Der Wille, immer noch schneller zu werden, kann dazu führen, dass nicht unbedingt alle Übungen sauber ausgeführt werden. Gerade bei Anfängern habe ich das selbst häufig miterlebt. Am Beispiel Aphrodite kann man das auch gut erläutern. Gerade die Burpees sind für viele eine kleine Folter und 50 Burpees am Stück richtig zu machen, fällt vielen wirklich wirklich schwer. Viele wollen auch einfach irgendwann nur noch fertig werden und machen dadurch Fehler bei den Übungen. Auch können dieses, sich immer weiter verbessern wollen zu einer Art Sucht ausarten. In der Freeletics Femme Gruppe gab es dann tatsächlich auch eine Frau, die sich die Fuße wundgelaufen, sich völlig verausgabt hat und irgendwann im Krankenhaus gelandet ist. Klar, das ist ein Einzelfall, aber man sieht, wo das im schlimmsten Fall auch hinführen kann.
Auch von anderen Freunden, die Freeletics ausprobiert haben, war die häufigste Kritik, dass es für Anfänger zu hart ist und es eine Steigerung geben sollte. Damit eben nicht nur die Zeit, sondern auch ein anderes Mittel zur Dokumentation der körperlichen Verbesserung herangezogen werden kann.

Meine persönliche Meinung
Also ich habe keine 15 Wochen Freeletics gemacht und mir auch nicht den Coach geholt. Ich habe die Probewoche, die hier irgendwo noch im Netz rumfliegt, ausprobiert und bin überzeugt davon, dass ich nach den 3 ½ Monaten auch so bombig ausgesehen hätte wie die Transformations Athleten, ABER: es hat mir nicht wirklich Spaß gemacht. Klar, die Workouts sind hart und danach fühlt man sich einfach großartig. Ich habe bisher kein anderes Workout gemacht, bei dem man sich so toll danach fühlt wie bei Freeletics. Eben genau weil man sich wirklich durchbeißen muss! Aber irgendwann hatte ich immer größere Mühen mich zu motivieren und dann kam der Bikini Body Guide und dann war es vorbei mit meiner Motivation. :D
Ich habe auch an mir gemerkt, dass mich die Bestzeiten unter Druck gesetzt haben, gerade am Anfang macht man Riesenfortschritte, aber wenn ich dann mal keine neue Bestmarke setzen konnte, war ich irgendwie enttäuscht. Klar treibt es einen einerseits zu Bestleistungen an, andererseits habe ich auch die Befürchtung, dass ich dafür manchmal die Ausführung hab schleifen lassen.

Das andere ist das Image. Freeletics wirkt nicht nur tough, es ist es auch. Ich finde aber, dass das Programm insgesamt zu sehr auf Männer zu geschnitten ist. Klar kann das auch einigen Frauen passen, aber ich glaube, dass Frauen anders motiviert werden (müssen) als Männer. Ich will hier noch einmal klar stellen, dass ich keine generellen Aussagen machen will, aber meiner Erfahrung nach werden Männer gerne auch über männliche Attribute wie Schmerz, Härte, Kraft oder auch mal eher negativen  Aussagen à la "Sei kein Schlappschwanz, zieh jetzt durch" motiviert werden. Das zeigt sich daher auch in den Motivationssprüchen, die man beispielsweise bei Instagram sieht:

  • Face your fears.
  • Are you in pain? Good. Keep going.
  • Quitting is not an option.
  • Tough. Together. Free.
  • You are not going to die because you feel a little pain. 
Sei ein echter Kerl. Steh deinen Mann. Halte durch und kämpfe. - Das fällt mir so dazu ein, wenn ich die Bilder sehe.
Mich motiviert das weniger. Mir fehlt einfach das Pink. Falls Felix das liest, wird er sicherlich wissen, was ich meine. ;) Es geht mir darum, dass viele Frauen einfach unsicher und vor allem unzufrieden mit ihrem Körper sind. Und das traurige ist, viele sind selbst dann noch unsicher, wenn sie eigentlich eine Topfigur haben. Aber das ist ein anderes Thema. Ich sehe häufig Männer, die beispielsweise übergewichtig sind, dass sie das irgendwann einsehen und dann fangen sie an etwas dagegen zu tun. Beispielsweise mit Freeletics und das beste ist: sie ziehen es durch! Aber viele Frauen machen nicht, sondern sie denken erst einmal. Sie zweifeln. Sie zögern. Ich bin durchaus auch so gestrickt. Und wenn mir dann jemand sagen würde: "Jetzt sei keine Pussy, sondern hau mal rein", dann würde mir da gleich der Mut sinken. Ich brauche jemand, der mir sagt; "Hey, du kannst das, du schaffst das und ich glaube an dich". Das ist für mich eine der Gründe, dass Freeletics bei Frauen vielleicht nicht ganz so beliebt ist wie bei Männer. Dazu kommen natürlich auch so Dinge wie die Klimmzüge oder Handstandliegestützen, die auch etwas furchteinflößend bzw. demotivierend wirken können.

Das heißt aber nicht, dass ich Freeletics grundsätzlich schlecht finde. Mir war es mit der Zeit einfach zu eintönig und "No pain. No gain." konnte ich irgendwann einfach auch nicht mehr hören. Ich hoffe aber, dass ich in Groningen eine nette Trainingsgruppe finde und da wieder anfangen kann. Nicht unbedingt als Haupttraining aber für ein oder zwei Einheiten pro Woche wäre ich auf jeden Fall zu haben. Gerade die haufenweisen Burpees haben mir beim BBG jetzt schon häufig weitergeholfen. Ich werde allerdings komplett die Zeitmessung wegnehmen, wenn ich wieder einsteige, und sie erst wieder nutzen, wenn ich mir sicher bin, eine korrekte Ausführung bei allen Übungen zu haben.

Puh, jetzt ist das hier aber ganz schön lang geworden… Und trotzdem habe ich das Gefühl, die Häfte vergessen zu haben. :D Trotzdem anbei will ich noch gerne die liebe Ulrike grüßen, die Freeletics schön die Stange hält und mich definitiv motiviert, irgendwann zurückzukehren!

Kommentare:

  1. Hallo Julie,
    ein interessanter Post. Ich hatte mich vor einiger Zeit mal Dione (glaube ich) versucht. Mir hat es jetzt auch nicht ganz so zugesagt. Ich fand es viel zu anstrengend für den Anfang, obwohl ich auch überzeugt bin, dass man mit einer gewissen Konsequenz wirklich tolle Ergebnisse erzielt. Aber im Moment schlagen wir uns ja noch durch BBG durch ;-)

    Liebe Grüße
    Martina
    www.ilove-amanda.blogspot.de

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  2. Sehr interessanter Post. Ich habe jetzt mal einen Eindruck davon bekommen :)

    LG
    Kathleen
    http://justshootitblog.blogspot.de/

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  3. Hallo Julie,

    Danke für den Beitrag aus der Sicht einer Frau. Auch wenn ich ein Mann bin, kann ich mir schon vorstellen, dass das Programm einfach für die meisten Frauen zu hart rüber kommt. Hart ist es auch in der Durchführung und da muss man schon eine gehörige Portion an Willen haben, sich so zu schinden, wie das Freeletics sicherlich an sich verlangt. Zum Glück gibt es ja keinen Mangel an solchen Fitnessprogrammen da draussen, sodass in der Regel jeder was für sich findet.

    Schöne Grüße,
    David

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