Samstag, 5. Juli 2014

Meine Ernährung oder Warum ich Diäten für den größten Schwachsinn aller Zeiten halte

Guten Abend meine lieben Leser,

ich wollte schon länger einen Beitrag zu meiner Ernährung schreiben und nach Isabels Kommentar und auch anderen Nachfragen, was ich eigentlich so esse, wollte ich hier mal meine Sicht zum Thema Ernährung anbringen.


Diäten

Zunächst kann ich sagen, dass ich auf eine lange Diätkarriere zurückblicke. Ich weiß noch, dass ich mit 12 eine Zitronen-Diät probiert und nach drei Tagen abgebrochen habe. Danach kam Weight Watchers, Schlank im Schlaf, Baustein-Diät, Nutropoly, MyMiracle, Fit For Fun Diät, die Brigitte Diät und viele mehr. Nur an Einzeldiäten wie Kohlsuppendiät oder Shakes wie Almased habe ich mich nie ran getraut. Das schmeckt mir nämlich alles nicht. Aber ich kann auf jeden Fall aus Erfahrung sprechen, dass manche Diäten mehr, manche weniger gepasst haben. Manche mehr waren für kurzfristige Veränderungen, andere wie zB. die Fit For Fun stellen eigentlich eine Ernährungsumstellung dar. Doch letztlich habe ich jede davon irgendwann abgebrochen. Der Jojo-Effekt hat durch aus auch öfters zugeschlagen, auch wenn ich nie wirklich dick war. Aber ich hatte halt immer bisschen Speck und war nie wirklich richtig schlank. Und Sport gestaltete sich über Jahre wegen eines unerkannten Belastungsasthmas als schwierig. Letztlich versuchen Diäten den eigenen Körper in ein je nach Regelwerk mehr oder weniger enges Korsett zu stecken und da wundert es mich nicht, das dagegen schnell rebelliert wird. Udo Palmer schreibt in seinem Buch "Prost Mahlzeit! Krank durch gesunde Ernährung" dass Diäten nicht dünn, sondern die Menschen immer dicker werden lassen und nicht nur das: Menschen verlieren ihren Sinn für natürliches Essen. Die Hälfte aller erwachsenen Frauen können nicht mehr normal essen und bei den Männer sind es auch schon ein Viertel. Ist das nicht traurig? Ob die Zahl auch so aussehen würde, wenn die Verbreitung von Diäten verboten wäre? Es wäre in jedem Fall eine lustige Vorstellung! :) Letztlich sorgen Diät einfach dafür, dass Menschen nicht mehr natürlich essen, sondern über jeden Bissen nachdenken und im schlimmsten Fall Essstörungen entwickeln. 

Langfristige Ernährungsumstellung

Tja, genau dieses Zauberwort war meine Mission, als ich meine Diätwette im Januar begann. Ich habe angefangen mehr Gemüse und Obst zu essen, Fast Food und Süßigkeiten einzuschränken und das mit der App Noom zu überwachen. Und ja, am Anfang hat das ganz gut geklappt. Aber Noom hat auch das Ampelsystem, mit grünen, gelben und roten Lebensmitteln. Man fängt langsam an, sich schlecht zu fühlen, wenn man rote Lebensmittel loggt und versucht diese zu ersetzen. Bei mir war das zum Beispiel dann Putenbrust statt Salami, Margarine statt Butter und fettarme statt Vollmilch. Klar purzelten die Kilos damit. Aber ich fand es mühsam. Mühsam Dinge zu essen, die jemand anders als gesund bezeichnet und deshalb zum Essen empfiehlt. Mit MyFitnessPal, welches ich dann nach Noom benutzt habe, wurde es noch schlimmer. Es gab immer ein paar Tage, an denen es gut lief und dann fiel das ganze System zusammen wie eine Seifenblase und ich aß und aß. Das Verrückte war eigentlich, dass ich nie auf etwas verzichten musste. Ich hatte in meinem Budget eigentlich immer Platz, um auch etwas Süßes zu essen. Aber diese Restriktion in Kombination mit dem Gefühl etwas essen zu müssen, worauf ich insgeheim gar keinen Bock habe, hat mich an den Rande der Verzweiflung gebracht. Auch die Möglichkeit von Cheat Days hatte ich mir überlegt. Es mag natürlich Leute geben, die sechs Tage die Woche absolut diszipliniert essen und am siebten Tag sich mal was ungesundes gönnen. Hut ab! Aber bei vielen anderen enden Cheat Days in einem ausufernden Fressanfall, bei dem man an einem Tag alles in sich hineinstopft, was nicht niet und nagelfest ist. Da isst man sogar Sachen, auch wenn man keinen Hunger mehr hat, nur weil man weiß, morgen musst du wieder diszipliniert sein. Vielen (auch mir) fällt es nach so einem Cheat Day meist auch schwer, wieder in den Rhythmus reinzukommen. Außerdem machte mir dieser Tag auf der Waage immer mehrere gewichtstechnisch gute Tage an einem Tag kaputt. Das hat mich im April dazu bewogen, komplett mit Essensveränderungen aufzuhören. Natürlich kaufe ich immer noch brav mein Obst und Gemüse für die Woche. Aber ich denke nicht mehr: Oje, du musst heute noch mindestens einen Apfel und einen Salat essen. Ja, ich mag Salat. Aber auch nur mal ab und zu. Ich freue mich schon, wenn ich jeden Tag eine Portion Obst gegessen habe. Denn dieses fanatisch, du darfst keine Salami essen, weil die ja so fettig ist, hat beispielsweise bei mir dafür gesorgt, dass ich seit vier Wochen nur Salamibrote esse. Ich merke einfach, wie sehr mein Körper das momentan braucht und dagegen die Putenbrust verabscheut. Das kann ich momentan überhaupt nicht essen. Und auch Butter und Vollmilch sind wieder bei uns im Kühlschrank zu finden und ich bin froh darüber. Es schmeckt einfach besser! Ja, auch wegen dem Fett. 




Wie ich heute esse

Ich versuche mich so gut es geht an Paul McKennas vier Regeln zu halten:
1. Iss, wenn du Hunger hast
2. Iss, worauf du Lust hast und nicht das, wovon du denkst, dass du es essen solltest
3. Iss bewusst
4. Hör auf, wenn du satt bist
Ich glaube daran, dass unser Körper der beste Diätcoach ist. Wie häufig essen wir aus Langeweile, essen einen Salat, obwohl wir Lust auf ein Steak hätten, essen während des Fernsehens oder stopfen uns voll bis die Hose gesprengt wird. Jeder kennt solche Situationen. Doch unser Körper zeigt uns mit Appetit, Hungergefühl und Sättigungsgefühl, was, wann und wie viel wir essen sollen. Und das ist tatsächlich eine Sache, an der ich noch arbeite. Aber da halte ich es für sinnvoll, denn man besinnt sich zurück auf die eigene Natur. Eigentlich doch ganz schön, oder?


Was das für mich bedeutet?

Zunächst bedeutet es vor allem eins: das Abnehmen geht langsamer. Das ist natürlich gerade bei Druck, wie ich ihn durch die Diätwette habe, nicht immer ganz einfach. Ich nehme hauptsächlich durch Sport ab und wenig durch die Ernährung. Ich weiß, dass das Einwände kommen von wegen Ernährung macht je nach Sichtweise 70, 80 oder sogar 90% des Abnehmerfolgs aus, dann mögen sie damit recht haben. Und trotzdem werde ich ihnen nicht folgen. Ich lasse mir nicht mehr von irgendjemanden sagen, wie ich zu essen habe. Der einzige, auf den ich höre, ist mein Körper. Und dass der nach dem gestrigen Mampfen heute auf dem Klo auch gemeckert hat, habe ich zur Kenntnis genommen und versuche mich am nächsten Tag mehr auf ihn zu hören. Das geht nicht von heute auf morgen und es wird immer Tage geben, an denen es besser klappt und an denen es weniger klappt. Aber ich gebe nicht auf. 
Wer sich auch für diesen Weg entscheiden will, dem empfehle ich ganz sehr das Buch "Ich mach dich schlank" von Paul McKenna. Ihr solltet euch vor allem die Hypnose-CD immer mal wieder anhören! Dann als letztes Thema noch die Challenge, Fasten oder beispielsweise den 7 oder 5 Day Slim Down von Tone It Up: Ich halte so kurzfristige Sachen mal für vertretbar, um für ein bestimmtes Event schnell Gewicht zu verlieren. Ich wollte gerne meine fünfte Runde der zweiten Diätwette gewinnen, aber es hat eben nicht geklappt. Und jetzt schaue ich nach vorne und versuche für die sechste Runde mein bestes zu geben. Aber eben auf meine Weise. ;)

Falls ihr noch Fragen habt, könnt ihr mir gerne einen Kommentar oder via Kontaktformular eine Nachricht schreiben!

Vielen Dank fürs Lesen und noch ein schönes Wochenende!

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